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Wie extremistisch ist die Linkspartei? Teil II

Freitag, 3. April 2009

6. Emotivität

Im Folgenden soll eine Gruppe von Wörtern untersucht werden, die der Ausdrucksverstärkung (oder Abschwächung) dienen kann: die sogenannten lexikalischen Intensivierer. Bei ihnen handelt es sich um Wörter, die Verben, Adjektiven, Substantiven, Adverbien oder Präpositionalphrasen voran stehen, etwa in dem Satz: “Frau Merkel hat völlig recht!”. Die Sprachwissenschaft hat sie nach dem Grad der Intensivierung in Klassen eingeteilt.

Zum absoluten Intensivierungsbereich zählen unter anderem die folgenden Ausdrücke:

absolut, gänzlich, grundlegend, gründlich, im geringsten, komplett, längst, rein, restlos, schlechterdings, schlechthin, schlichtweg, total, überhaupt, unbedingt, voll, völlig , vollkommen , vollständig, von Grund auf, durchweg, fundamental, grundsätzlich, in vollem Umfang, reinweg, unumschränkt

Zum extrem hohen Intensivierungsbereich zählen dann vor allem Wörter, die die Superlativform aufweisen, und Adjektive, die von sich aus einen hohen Grad der Intensivierung beinhalten:

höchst, äußerst, zutiefst, aufs äußerste, aufs höchste, aufs tiefste, höchlichst, (nicht) im geringsten, im höchsten Maße, allerbest, allererst, bestmöglich, größtmöglich, möglichst, schärfstens, sehnlichst, wärmstens, weitestgehend, einzigartig, hervorragend, großartig, wunderbar, ungemein, irrsinnig, irre, idiotisch, unheimlich, furchtbar, riesig, kolossal, aberwitzig, sagenhaft, fabelhaft, traumhaft, wunderbar, zauberhaft, schrecklich, ekelhaft, unvorstellbar, undenkbar, unsäglich, unsagbar, unbeschreiblich

Intensivierer kodieren Emotionen und den Grad von Überzeugungen, bzw. der Rigorosität, mit der sie vertreten werden.

Analysiert man das Auftreten von Intensivierern in den untersuchten Korpora, dann zeigt sich, dass die Gruppierungen an den politischen Rändern insgesamt häufiger Intensivierer benutzen als gemäßigtere Kräfte.

Speziell im absoluten Intensivierungsbereich werden dabei die Unterschiede deutlich:

Auch hier zeigt sich also eine jenseits der Programmatik liegende Gemeinsamkeit des links- und rechtsextremen Lagers: beide zeigen eine Neigung zu Rigorismus und Vehemenz im Sprachgebrauch. Die programmatischen Unterschiede zu den politischen Kräften der Mitte werden mit besonderer Entschiedenheit formuliert.

7. Wertende Adjektive

Bei der Schlagwortanalyse hatte sich gezeigt, dass die Gruppierungen an den Rändern des politischen Spektrums teilweise gleiche Adjektive gebrauchen und sich dadurch von den gemäßigteren Parteien und den Parteien der Mitte unterscheiden. Analysiert man ausschließlich die wertenden Adjektive, dann treten zunächst vor allem die Unterschiede zu Tage.

Die folgenden Tabellen zeigen das Ranking der am häufigsten benutzten evaluativen Adjektive für jede Partei. In ihnen sind jene wertenden Adjektive hervorgehoben, die von der jeweiligen Partei im Vergleich zu den anderen besonders häufig benutzt werden.

CDU:
Frequenz Lemma Frequenz pro 1000
652 wichtig 1.17
606 gut 1.09
173 positiv 0.31
158 richtig 0.28
118 stark 0.21
79 entscheidend 0.14
68 falsch 0.12
65 schwer 0.12
60 schwierig 0.11
59 angemessen 0.11
43 unnoetig 0.08
42 fair 0.08
35 geeignet 0.06
35 ausreichend 0.06
34 menschlich 0.06
32 konsequent 0.06
30 sinnvoll 0.05
27 natuerlich 0.05
27 hervorragend 0.05
26 schlecht 0.05
25 negativ 0.04
25 kreativ 0.04
25 gerecht 0.04
25 gefährlich 0.04
23 grossartig 0.04
21 vernuenftig 0.04
NPD:
Frequenz Lemma relative Frequenz pro 1000
308 gut 0.52
150 wichtig 0.25
99 schwer 0.17
95 falsch 0.16
50 richtig 0.08
49 positiv 0.08
38 schlecht 0.06
37 konsequent 0.06
35 schön 0.06
32 natürlich 0.05
32 gerecht 0.05
30 radikal 0.05
30 gefährlich 0.05
29 menschenverachtend 0.05
28 menschlich 0.05
27 undemokratisch 0.05
27 skandalös 0.05
24 kalt 0.04
24 billig 0.04
23 unglaublich 0.04
23 schwach 0.04
23 gewaltig 0.04
23 entscheidend 0.04
23 absurd 0.04
22 katastrophal 0.04
20 moralisch 0.03

PDL:
Frequenz Lemma Frequenz pro 1000
253 gut 0.95
103 wichtig 0.39
52 gerecht 0.20
40 falsch 0.15
33 schlecht 0.12
33 richtig 0.12
25 konsequent 0.09
22 schwer 0.08
19 positiv 0.07
19 kalt 0.07
18 radikal 0.07
17 schön 0.06
15 vernünftig 0.06
15 rassistisch 0.06
14 undemokratisch 0.05
14 sinnvoll 0.05
11 fair 0.04
11 angemessen 0.04
10 menschenverachtend 0.04
10 interessant 0.04
9 skandalös 0.03
9 schwach 0.03
9 negativ 0.03
9 katastrophal 0.03
8 normal 0.03
8 menschlich 0.03
PDL-KPF:
Frequenz Lemma Frequenz pro 1000
378 gut 0.41
327 wichtig 0.36
199 stark 0.22
153 entscheidend 0.17
111 konsequent 0.12
108 kalt 0.12
108 grundlegend 0.12
100 menschlich 0.11
78 positiv 0.09
68 richtig 0.07
67 gerecht 0.07
59 rassistisch 0.06
56 schlimm 0.06
56 falsch 0.06
55 extrem 0.06
54 radikal 0.06
50 gefährlich 0.05
47 negativ 0.05
45 hart 0.05
43 schwach 0.05
37 schoen 0.04
37 ehrlich 0.04
35 schlecht 0.04
34 schwierig 0.04
31 normal 0.03
29 bitter 0.03

REP:
Frequenz Lemma Frequenz pro 1000
45 gut 0.49
31 falsch 0.34
23 konsequent 0.25
20 stark 0.22
18 wichtig 0.20
18 schwer 0.20
18 richtig 0.20
13 schlecht 0.14
13 hart 0.14
12 grundlegend 0.13
12 entscheidend 0.13
11 gefährlich 0.12
10 menschenverachtend 0.11
10 ehrlich 0.11
9 undemokratisch 0.10
9 radikal 0.10
9 gewaltig 0.10
9 echt 0.10
8 sinnlos 0.09
8 moralisch 0.09
7 überflüssig 0.08
7 skandalös 0.08
6 vernünftig 0.07
6 seriös 0.07
6 schön 0.07
6 mutig 0.07

So zeigt sich, dass die Partei Die Linke und ihre Kommunistische Plattform kalt, gerecht und rassistisch häufiger verwenden. Es zeigt sich auch, dass die Regierungsparteien CDU und CSU mit den Vokabeln wichtig, gut, positiv, richtig und angemessen signifikant häufiger positiv wertene Adjektive benutzen, wohl um ihr eigenes Regierungshandeln in gutem Licht darzustellen. Die Korpora der Parteien am rechten Rand zeichnen sich durch eine überdurchschnittliche Verwendung hyperbolischer Vokabeln wie katastrophal, skandalös aus.

Sucht man neben den häufigsten Vokablen, die in allen Parteien und Gruppierungen auftreten, nach jenen wertenden Adjektiven, die von NPD und Kommunistischer Plattform gleichermaßen verwendet werden, zeigen sich allerdings interessante Tendenzen.

Zunächst kann man feststellen, dass es sich dabei größtenteils um Vokabeln handelt, die starke Wertungen enthalten und damit skandalisieren und dramatisieren. Sie lassen sich, je nach Verwendung bei den anderen Parteien, in folgende Kategorien einteilen:

a) Wertende Adjektive, die bei NPD und KPF auftreten und auch von Parteien der Mitte und den Republikanern verwendet werden:
abscheulich (selten von CDU)
absurd (von REP und selten CDU)
bedrohlich (von CDU und PDL)
beispiellos (von allen)
billig (von allen)
dreist (von allen)
erschreckend (von allen)
fatal (von allen)
feige (REP und CDU)
grotesk (von allen)
menschenverachtend (von allen)
peinlich (von allen)
skandalös (von allen)
ungeheuer (von CDU)
verantwortungslos (von allen)

b) Wertende Adjektive, die bei NPD und KPF auftreten und die auch von anderen Parteien an den Rändern des politischen Spektrums, nicht aber von der CDU/CSU verwendet werden:

abstrus (nur von der PDL)
beängstigend (nur von der PDL)
bodenlos (nur REP)
demütigend (nur PDL)
dumm (von REP und PDL)
frech (nur PDL)
heuchlerisch (nur REP)
jämmerlich (nur REP)
mies (nur PDL)
plump (nur PDL)
primitiv (nur REP)
schändlich (nur REP)
ungeheuerlich (nur PDL)
verlogen (REP und PDL)
widerwärtig (nur REP)
unverschämt (nur von PDL)

c) Wertende Adjektive, die von NPD und KPF, aber sonst von keiner anderen Partei verwendet werden:

bösartig
empörend
erbaermlich
gemein
hinterlistig
infam
krankhaft
minderwertig
pervers

Die Liste liest sich – je exklusiver sie für NPD und KPF wird – wie ein Auszug aus dem Wörterbuch des Unmenschen. Sie verweist auf eine starke Freund-Feind-Orientierung im Denken, aber auch auf das Vokabular zur Bezeichnung politischer Gegner in jenen historischen Kontexten, auf die sich beide Gruppierungen affirmativ berufen.

8. Kollokationen

Während die bisherigen Analysen vor allem darauf zielten, Gemeinsamkeiten zwischen rechtsextremistischen Parteien und Gruppierungen, die im Verdacht des Linksextremismus stehen, jenseits der inhaltlichen Differenzen aufzudecken, können Kollokationsanalysen programmatische Ähnlichkeiten sichtbar machen. In Kollokationsanalysen werden jene Wörter identifiziert, die signifikant häufig im Kontext eines Suchwortes auftreten.

a) Kapitalismus

Eine 2-stufige Kollokationsanalyse des Lemmas Kapitalismus in den Texten der Kommunistischen Plattform in der Partei die Linke (KPF) kommt zu folgendem Ergebnis:

Kapitalismus und Sozialismus werden als sich widersprechende Kategorien aufgefasst. Der gegenwärtige, real existierende Kapitalismus wird mittels gesellschaftlicher Analyse als Ursache für eine tiefe und internationale Krise charakterisiert, der mit ihm einhergehende Imperialismus als verantwortlich für Terror und Elend. Die gesellschaftliche Analyse entwirft auch eine soziale Alternative, den demokratischen Sozialismus, die sozialistische Gesellschaft, den sozialistischen Staat. Sie ist das Ziel, der Weg führt über soziale Politik und Vergesellschaftung zum Sozialismus.

Auch in den Texten der NPD zeigt die zweistufige Kollokationsanalyse zum Lemma Kapitalismus die kritische Haltung der Partei gegen die globale Wirtschaftsordnung.

Die NPD übt heftige und scharfe Kritik am entfesselten Kapitalismus, der außer Kontrolle geraten, mithin vom Zauberlehrling nicht mehr beherrscht wird, der die Geister, die er rief, nicht mehr los wird. Der Kapitalismus ist assoziiert mit einem international agierenden Kapital und der wirtschaftlichen Globalisierung, die Zuwanderung und EU-Fremdbestimmung mit sich bringt und katastrophale Folgen für Land und Menschen hat. Die Kapitalismuskritik der NPD nimmt zudem eine zivilisationskritische Wendung, wenn von der globalen Krämerzivilisation im globalen Zeitalter die Rede ist.
Auch bei der NPD tritt der Sozialismus als Gegenbegriff zum Kapitalismus auf. Statt von Alternative spricht die NPD aber von einem dritten Weg. Zudem handelt es sich um einen nationalen Sozialismus, eine unverhohlene Anspielung auf den historischen Bezugsrahmen der Partei. Um diesen dritten Weg zu gehen, bedarf es nationaler Deutscher, die mit nationaler Kraft eine nationale Politik machen, die sich als Widerstand begreift. Diesen Widerstand zu organisieren und zu leisten ist Ziel der Partei.

b) USA

Die Kommunistischen Plattform in der Partei die Linke (KPF) assoziiert die USA vor allem mit Krieg und militärischen Aktionen, das seine Interessen vertritt, statt das Gewaltmonopol der UNO anzuerkennen.

Die Liste der Anklagepunkte beinhalten die militärische Gewalt der NATO gegen Jugoslawien, die Aggression gegen Afghanistan und den Angriff auf den Irak. Im Zentrum des Diagramms steht das Adjektiv anders, das mit dem Wunsch nach einem anderen Europa, einer anderen NATO, einem anderen Land und einer anderen Welt assoziiert ist. Auffällig ist, dass Europa mit für die KPF positiv besetzten Begriffen verwendet wird: mit Friede und Sozialismus.

Auch für die NPD scheint Europa ein positives Gegengewicht zu den USA zu bilden.

Zumindest im Verhältnis zu den USA scheint Europa in den Augen der NPD die Zukunft zu gehören. Die europäische Orientierung wird freilich flankiert von einer deutschen Stimme in einem nationaldemokratischen Deutschland, die die Interessen der Bürger vertritt, die sonst verraten werden. Das Adjektiv national findet sich entsprechend zentral im Diagramm. Ein Austritt aus der NATO, die in amerikanischer Hand ist, und deren Auflösung ist erklärtes Ziel der NPD. Erwähnenswert ist noch die Assoziation der Lexeme USA und Israel, die im Kontext der antiisraelischen Haltung weiter Teile der Partei zu lesen ist.

9. Fazit

Die Analysen haben ergeben, dass es falsch wäre, die Partei Die Linke (PDL) als Ganze als extremistisch einzustufen. Die Gesamtpartei tritt in ihren Pressmitteilungen und Newslettern – abgesehen von den programmatisch bedingten Unterschieden – sprachlich kaum anders auf als die Parteien der Mitte.

Anders verhält es sich allerdings mit einer Gruppierung innerhalb der PDL, der Kommunistischen Plattform. In ihrem Sprachgebrauch zeigen sich typische Merkmale des Sprachgebrauchs extremistischer Gruppierungen:

  • signifikant häufigere Verwendung von Adjektiven, die auf die Konstruktion von Verblendungszusammenhängen schließen und eine radikal gegen das politische Establishment gerichtete Haltung erkennen lassen,
  • für extremistische Parteien typischer distanzierender Sprachgebrauch bei Wörtern, die die Gesellschaftsordnung und das politische System betreffen, aber auch bei Wörtern aus dem Wortfeld von Geschichtsbereichen, über die sich die gegenwärtige Gesellschaft ihrer Werte versichert,
  • für extremistische Parteien typische Neigung zum Gebrauch von Intensivierern im absoluten Intensivierungsbereich als Ausdruck starker Überzeugungen,
  • häufige Verwendung von wertenden Adjektiven mit skandalisierendem Charakter und eine große Schnittmenge mit der NPD im Gebrauch von wertenden Adjektiven, die teilweise historisch vorbelastet sind.

Dass es sich bei der Kommunistischen Plattform allerdings nicht um eine Minderheit innerhalb der PDL handelt, zeigt sich daran, dass ihre Sprecherin Sahra Wagenknecht im Mai 2008 mit 70,5% der Stimmen in den Bundesvorstand und auch auf einen als sicher geltenden Listenplatz für die Bundestagswahl auf der Landesliste in Nordrhein-Westfalen gewählt wurde. So wenig extremistisch der größte Teil der Linkspartei also – zumindest in sprachlicher Hinsicht – ist, so ungeklärt ist ihr Verhältnis zu den extremistischen Haltungen eines Teils ihrer Mitglieder.

10. Literatur

Jaschke, Hans-Gerd: Politischer Extremismus. Wiesbaden 2006.

Kailitz, Steffen: Politischer Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung. Wiesbaden 2004.

Pfahl-Traughber, Armin: Politischer Extremismus – was ist das überhaupt? Zur Definition von und Kritik an einem Begriff. In: Bundesamt für Verfassungsschutz (Hg.): Bundesamt für Verfassungsschutz. 50 Jahre im Dienst der inneren Sicherheit, Köln 2000.

Wie extremistisch ist die Linkspartei? Teil I

Freitag, 3. April 2009

Die Partei “DIE LINKE” (PDL) ist die einzige Partei im Bundestag, die teilweise vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Ihr Einzug in den XVII. Deutschen Bundestag scheint dennoch sicher.

Schon im Hinblick auf die Mitgliederzahl zeigt sich, dass es sich bei der PDL nicht um eine extremistische Splitterpartei handelt: Mit 70.000 Mitgliedern zählt die Partei etwa so viele Mitglieder wie die FDP.

Der Verfassungsschutzbericht des Jahres 2007 zeichnet ein entsprechend ambivalentes Bild von der Partei DIE LINKE. In ihrer Programmatik bekenne sie sich zwar zu einer extremistischen Ausrichtung. In ihrer parlamentarischen Praxis und in ihrem Regierungshandeln allerdings zeigten sich keine Ansätze zur Überwindung der herrschenden Staats- und Gesellschaftsordnung. Die Partei scheine vielmehr darum bemüht, sich als reformorientierte, neue linke Kraft zu inszenieren. (Verfassungsschutzbericht 2007, S. 151)

Wie extremistisch ist also die Linkspartei wirklich? Die folgende Analyse will untersuchen, ob sich extremistische Tendenzen im Sprachgebrauch der Linkspartei zeigen.

TEIL I

1. Was heißt “extremistisch”?

“Extrem” ist ein relationaler Begriff: seine Bedeutung ergibt sich nur aus der Beziehung zu anderen Positionen. Das “Extreme” bezeichnet dann die “äußerste Abweichung” oder den “äußerster Gegensatz”. In der Extremismusforschung wird die Mitte der Gesellschaft und deren Grundwerte als Maßstab genommen. Doch so schwierig die Bestimmung des Begriffs der “Mitte der Gesellschaft” ist, so unscharf ist die Definition von “extremistisch”.

Der kleinste gemeinsame Nenner der Grundwerte sind die Prinzipien des demokratischen Verfassungsstaates und des Grundgesetzes. Eine ablehnende Haltung diesen gegenüber ist zentrales Merkmal extremistischer Positionen. Diese Definition ex negativo gilt für den linken wie für den rechten Extremismus, deren Ideologien freilich aufgrund ihrer Ziele auch gemeinsame Strukturelemente und Denkmuster aufweisen.

2. Die Partei “DIE LINKE” als extremistische Partei aus Sicht des Verfassungsschutzes

Ein besonderes Augenmerk des Verfassungsschutzes gilt einigen Gruppierungen und Netzwerken innerhalb der PDL. Hierzu zählen das “Marxistische Forum”, der “Geraer Dialog/ Sozialistischer Dialog” (GD/SD) und die “Sozialistische Linke” (SL), die “Arbeitsgemeinschaft Cuba Sí”. Im Zentrum der folgenden Analyse steht die “Kommunistische Plattform der Partei Die Linke” (KPF). Der Verfassungsschutzbericht 2007 schätzt sie als “offen extremistisch” ein. Mit ihren ca. 850 Mitgliedern sei sie der zahlenmäßig stärkste extremistische Zusammenschluss innerhalb der Partei ‘DIE LINKE’. Sie halte “an den marxistisch-leninistischen Traditionen fest” und kämpfe weiter “für die Überwindung des Kapitalismus und das Ziel Sozialismus.” (Verfassungsschutzbericht 2007, S. 152)

3. Datengrundlage und Vorgehensweise

Die Analyse beruht auf einer Auswertung der folgenden Korpora:

  • PDL-Newsletter (2007-2009) und PDL-Pressemitteilungen (2007-2009): 264.973 laufende Wortformen, 792 Texte
  • “Mitteilungen” der PDL-KPF (2000-2009): 916.375 laufende Wortformen, 1627 Texte
  • Pressemitteilungen von CDU/CSU (2006-2009): 558.397 laufende Wortformen, 2692 Texte
  • Pressemitteilungen der NPD (2005-2009): 589.637 laufende Wortformen, 1398 Texte
  • Pressemitteilungen der REP (2001-2008): 91.365 laufende Wortformen, 442 Texte

Im Folgenden werden die Korpora auf signifikante sprachliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten hin untersucht. Im Fokus steht dabei der Sprachgebrauch der Kommunistischen Plattform. Durch Vergleiche mit der Sprache anderer extremistischer Parteien, aber auch durch den Vergleich mit dem Sprachgebrauch einer Partei des bürgerlichen Lagers sollen Indizien für oder gegen eine extremistische Tendenz der Partei Die Linke gefunden werden.

Als Vergleichskorpus wurden deshalb die Texte der “Nationaldemokratischen Partei Deutschlands” (NPD) gewählt, weil es sich bei ihr um die inzwischen mitgliederstärkste Partei handelt, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. Der Verfassungsschutzbericht stellt fest, sie fordere “eine neue Gesellschaftsordnung sowohl in Deutschland als auch in Europa” und strebe die Macht über Staat und Wirtschaft an, um eine Volksgemeinschaft und ein neues Deutsches Reich zu errichten. (Verfassungsschutzbericht 2007, S. 65)

Anders hingegen ist die Lage bei der Partei “Die Republikaner” (REP). Sie wurde seit 1992 vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistische Partei eingeschätzt und beobachtet; seit 2006 werden nicht mehr die Gesamtpartei, sondern nur noch Kräfte in ihr als rechtsextrem geführt. Seit 2008 werden keine V-Leute mehr zu ihrer Überwachung eingesetzt. Seitdem 1994 Rolf Schlierer den Parteivorsitz übernahm, ist die Partei bemüht, sich von rechtsextremen Tendenzen abzugrenzen. Der Vergleich der Publikationen der Partei DIE LINKE und ihrer Kommunistischen Plattform mit den Texten der Republikaner kann interessante Hinweise darauf liefern, ob eine Einstufung als extremistisch oder lediglich radikal gerechtfertigt ist.

4. Schlagwortanalyse

Untersucht man die Korpora der Kommunistischen Plattform und der NPD darauf hin, welche Wörter in ihnen im Vergleich zum jeweils anderen Korpus signifikant häufiger vorkommen, dann zeigen sich die programmatischen Unterschiede beider Gruppierungen deutlich.

Wortwolke: NPD

Abgeordnete Antrag Arbeitsplatz Artikel Ausländer Bereich Bild Bundesregierung Bürger Demokratie Deutsche Entscheidung Erfolg Euro Fall Familie Fraktion Frau Geld Gericht Gesetz Gespräch Gewalt Globalisierung Grundgesetz Grüne Hand Haus Herr Information Innenminister Jahr Jugendliche Kind Kreisverband Kultur Landesvorsitzende Landtag Medium Milliarde Million Ministerpräsident Monat Nationaldemokrat NPD-Fraktion Opfer Opposition Ort Person Platz Politiker Polizei Postfach Pressesprecher Prozent Recht Region Schule Stadt Stimme Stimme|Stimmen System Tag Teilnehmer Thema Uhr Veranstaltung Verbot Vertreter Volk Vorsitzende Wahl Wahlkampf Wirtschaft Woche Wähler Zahl Zeitung Zukunft


Noch deutlicher als in den Nomen zeigen sich programmatische Unterschiede zwischen PDL-KPF und NPD im Gebrauch von Adjektiven, die zur Charakterisierung von Sachverhalten, Gruppierungen oder Ereignissen verwendet werden. Die folgende Tabelle zeigt die für die jewilige Partei typischen Adjektive geordnet nach Signifikanzniveau (innerhalb des gleichen Signifikanzniveaus nach Chi-Quadrat-Werten). In der jeweils äußeren rechten Spalte findet sich der Faktor der relativen Frequenz, d.h. wie viel häufiger ein Wort im Korpus der einen Partei je 10.000 Wörter vorkommt als im Korpus der anderen.

Lemma Signifikanzniveau Frequenzfaktor
national < 0.0001 9,49
deutsch < 0.0001 2,09
etabliert < 0.0001 14,06
nationaldemokratisch < 0.0001 (nur NPD)
multikulturell < 0.0001 50,56
ausländisch < 0.0001 4,61
kriminell < 0.0001 7,15
gestrig < 0.0001 18,93
kommend < 0.0001 3,51
verantwortlich < 0.0001 2,93
frei < 0.0001 1,88
angeblich < 0.0001 2,32
sozialpolitisch < 0.0001 8,27
offensichtlich < 0.0001 2,42
massiv < 0.0001 2,55
fremd < 0.0001 4,14
jung < 0.0001 1,62
staatlich < 0.0001 2,08
gewalttätig < 0.0001 6,78
verfassungswidrig < 0.0001 5,26
politisch < 0.0001 1,28
patriotisch < 0.0001 8,38
islamisch < 0.0001 4,59
ethnisch < 0.0001 3,72
alliiert < 0.0001 4,56
ordentlich < 0.0001 3,99
absurd < 0.0001 3,67
Lemma Signifikanzniveau Frequenzfaktor
sozialistisch < 0.0001 46,96
kommunistisch < 0.0001 16,92
kapitalistisch < 0.0001 9,19
militärisch < 0.0001 6,36
marxistisch < 0.0001 18,71
gesellschaftlich < 0.0001 3,45
programmatisch < 0.0001 11,10
faschistisch < 0.0001 20,84
international < 0.0001 2,53
bürgerlich < 0.0001 4,55
historisch < 0.0001 3,19
gegenwärtig < 0.0001 4,38
sowjetisch < 0.0001 13,30
real < 0.0001 4,54
lieb < 0.0001 2,85
revolutionär < 0.0001 7,13
ökonomisch < 0.0001 4,08
imperialistisch < 0.0001 4,81
antikapitalistisch < 0.0001 6,13
theoretisch < 0.0001 9,31
entscheidend < 0.0001 3,46
außerparlamentarisch < 0.0001 7,17
gemeinsam < 0.0001 1,93
antifaschistisch < 0.0001 2,94
solidarisch < 0.0001 5,32
sozialdemokratisch < 0.0001 5,21
vereinigt < 0.0001 5,34
dogmatisch < 0.0001 22,23
vereint < 0.0001 5,63

Auf den ersten Blick scheinen die Unterschiede zwischen der PDL-KPF und der zweifelsfrei extremistischen NPD so deutlich, dass es kaum gerechtfertigt scheint, beide in den gleichen extremistischen Topf zu werfen.

Interessant ist jedoch ein Vergleich des Sprachgebrauchs beider Parteien im Vergleich zur CDU. Berechnet man beispielsweise die im Vergleich zur CDU signifikant häufiger auftretenden Adjektive in den Texten von NPD und KPF, dann zeigen sich einige Gemeinsamkeiten. So finden sich bei beiden Gruppierungen auffällig mehr Adjektive, die auf vermeintliche Verblendungszusammenhänge verweisen. Hierzu zählen:

angeblich (NPD: 198 / PDL-KPF: 136)
offenbar (NPD: 122 / PDL-KPF: 92)
offenkundig (NPD: 28 / PDL-KPF: 35)
offiziell (NPD: 97 / PDL-KPF: 95)
sogenannt (NPD: 219 / PDL-KPF: 318)
tatsächlich (NPD: 157 / PDL-KPF: 199)

Diesen Adjektiven ist gemeinsam, dass sie das Potenzial haben, die Unwahrheit einer offiziell verbreiteten Meinung zu kennzeichnen oder die eigentliche Wahrheit zu markieren, die hinter einem von der herrschenden Meinung verbreiteten Verblendungszusammenhang verborgen ist. Dies ist insofern hier relevant, als die Konstruktion von Verschwörungstheorien ein typisches Merkmal des politischen Extremismus ist.

Die Schnittmengen der im Vergleich zur CDU signifikanten Adjektive von NPD und Kommunistischer Plattform reichen aber noch weiter. So finden sich auffällig viele Adjektive, die einen intensivierenden Charakter haben und skandalisierend wirken:

ausgerechnet (NPD: 65 / PDL-KPF: 38)
billig (NPD: 33 / PDL-KPF: 30)
brutal (NPD: 49 / PDL-KPF: 80)
einseitig (NPD: 44 / PDL-KPF: 78)
gewaltig (NPD: 28 / PDL-KPF: 49)
gewiß(NPD: 47 / PDL-KPF: 142)
katastrophal (NPD: 27 / PDL-KPF: 25)
massenhaft (NPD: 32 / PDL-KPF: 30)
plötzlich (NPD: 50 / PDL-KPF: 66)
radikal (NPD: 36 / PDL-KPF: 86)
schlimm (NPD: 33 / PDL-KPF: 110)
sofortig (NPD: 30 / PDL-KPF: 51)
unmöglich (NPD: 35 / PDL-KPF: 48)
völlig (NPD: 167 / PDL-KPF: 214)
wirklich (NPD: 200 / PDL-KPF: 298)

Schließlich bedienen sich beide Gruppierungen im Vergleich zur CDU auch noch mehrerer Vokabeln, die sich als Ausdruck einer gegen das politische Establishment und die herrschende Ordnung gerichtete Haltung lesen lassen:

bürgerlich (NPD: 43 / PDL-KPF: 313)
etabliert (NPD: 317 / PDL-KPF: 36)
herrschend (NPD: 59 / PDL-KPF: 134)
real existierend (NPD: 32 / PDL-KPF: 232)

Keine der genannten Merkmale findet sich übrigens, wenn man die im Vergleich zur CDU signifikant häufiger auftretenden Adjektive in den Pressemitteilungen der Gesamtpartei Die Linke berechnet. Lediglich programmatische Adjektive wie “gerecht” und “sozial” und Fahnenwörter wie “unsozial” oder “neoliberal” fallen hier ins Auge. Überschneidungen mit der NPD finden sich nicht.

Das ambivalente Bild, das der Verfassungsschutz von der Partei DIE LINKE zeichnet, bestätigt sich also vorläufig: Während die Gesamtpartei sich sprachlich im Rahmen der Parteien der Mitte bewegt, finden sich – bei allen programmatischen und thematischen Unterschieden – Parallelen im Sprachgebrauch von KPF und der extremistischen NPD.

5. Sprachthematisierungen / distanzierender Sprachgebrauch

In einer Gesellschaft können einzelne Wörter und Bezeichnungen und die Bedeutung von Begriffen umstritten sein. In Texten zeigt sich dieser Kampf um Begriffe daran, dass auf sie explizt oder implizit Bezug genommen wird. Die Autoren von Texten verfügen über verschiedene Mittel, ihre kritische Haltung einem Wort oder Begriff gegenüber zu kennzeichnen, etwa indem sie ihnen ein “sogenannt” voranstellen oder sie in Anführungszeichen setzen. Schreibt jemand von der “sogenannten Rechtschreibreform”, dann bringt er damit zum Ausdruck, dass es sich seiner Meinung nach nicht um eine Rechtschreib-, sondern womöglich um eine Falschschreibreform handelt. Die Kritik an der Wortform reflektiert seine grundsätzlich kritische Haltung dem bezeichneten Gegenstand gegenüber.

Im politischen Diskurs verweisen diese Thematisierungen von Sprache auf umstrittene Politikfelder. Ihre Untersuchung lässt Rückschlüsse zu auf das, was eine Gesellschaft bewegt und wo die Brennpunkte gesellschaftlicher Debatten liegen.

Untersucht man die Sprachthematisierungen in allen Korpora, so zeigen sich schon in der Anzahl der Fälle distanzierenden Sprachgebrauchs deutliche Unterschiede zwischen den Parteien und Gruppierungen:

Die Gruppierungen an den Rändern des politischen Spektrums weisen beide deutlich mehr Sprachthematisierungen auf als die Parteien der Mitte, aber auch als die Partei DIE LINKE.

Untersucht man die Wörter, deren Form oder Bedeutung von den Autoren kritisch reflektiert wird, dann zeigen sich weitere Unterschiede. Die folgenden Listen zeigen die häufigsten Wörter in distanzierendem Gebrauch der PDL nach Politikfeldern geordnet:

Wirtschaft:
Lemma Frequenz
Deutschlandfonds 5
Volksaktie 5
Strukturanpassungsprogramm 5
Wirtschaftswunder 2
Konjunkturpaket 2
Heuschrecke 2
Wirtschaftsweise 1

Bildung:
nachgelagert (Studiengebühren) 4
Erziehungscamps 3
Bildungsgipfel 3
bildungsfern (Schichten) 2
Schulstarter-Pakete 2
Hochschuldenkschrift 2
Bildungsreise 2
Bildungs-Soli 2
Soziales
Lemma Frequenz
Aufstocker 6
58er (Regelung) 4
Rentnerdemokratie 3
Gesundheitsreform 3
Kombilohn 2
Ein-Euro-Jobs 2
Bedarfsgemeinschaften 2
Briefbeförderer 2

Ausländer / Integration:
Rückführungsrichtlinie / EU-Rückführungsrichtlinie 4
Anti-Islamisierungskongress 3
Anti-Islamisierungsgipfel 2
Flüchtlingsbekämpfung 3

Die PDL verwendet also vor allem tagesaktuelle Schlagwörter aus den Politikbereichen Wirtschaft, Soziales, Integration und Bildung in distanzierender Absicht. Ganz ähnlich verhält es sich bei der CDU/CSU, nur dass hier noch Wörter, deren Gebrauch aus historischen Gründen als problematisch angesehen wird, häufiger distanzierend gebraucht werden:

Wirtschaft und Steuern:
Lemma Frequenz
Handshake-Verfahren 4
Entwicklungsland 4
Nettoprinzip 4
Normalisierungstreffen (mit Walfangnationen) 4
Zinsschranke 2
Subsistenzwalfang-Quoten 2
Reichensteuer 2
Gerechtigkeitskomponente 2
Haushaltsnotlage 2
Leuchtturm 2
Investitionspakt 2

Gesundheit und Soziales:
Erbkranke 9
Behindertenparkplatz 4
Minderleistungsausgleiche 3
Scheinvater 2

Bildung
Aufstiegsstipendien 3
Alltagskompetenzen 3
Vollkostenfinanzierung 2
Vergangenheitsbezüge:
Lemma Frequenz
Regelanfrage 3
Gleichschaltung 2
Bodenreform 2
Beutekunst 2
lebensunwert 2
Opferpension 2
Schuld 2

Gesellschaftliches:
Ehrenmorde 5
Killerspiele 3
Karriereknick 3

Sicherheit:
Terrorcamps 2

Die Listen der metasprachlich gekennzeichneten Wörter von CDU/CSU und PDL enthalten demnach fast ausschließlich Wörter, die auf aktuelle Politikfelder verweisen.

Ein anderes Bild ergibt eine Analyse der Fälle distanzierenden Sprachgebrauchs in den Texten von Kommunistischer Plattform und NPD. Es fällt auf, dass die Mehrzahl der metasprachlich gekennzeichneten Wörter aus anderen Wortfeldern stammen.

NPD:

Politischer Gegner:
Lemma Frequenz
Linke 23
Grüne 18
Antifa 18
Antifaschist 16
Antifaschismus 5
Linkspartei 5
antifaschistisch 4
Gegendemonstration 4
link 3

Demokratie / das System:
Verfassungsschutz 17
demokratisch 11
deutsch 9
Demokrat 9
Demokratie 8
Zivilgesellschaft 8
Volkspartei 6
EU-Verfassung 5
Volksvertreter 4
Verfassung 4
Volk 4
System 3
Rechtsstaat 3

Geschichtsrevisionistisches:
Befreiung 12
Widerstandskämpfer 5
Schuldkult 4
Befreier 4
Holocaust 3

Gesundheit / Soziales:
Gesundheitsreform 6
Wohnriester 5
Riester-Rente 5
Riester-Faktors 3
Riester-Faktor 3
Herdprämie 3
Entleerungsräumen
(sich entvölkernde Gebiete
in Ostdeutschland)
3

Europäische Integration:
EU-Reformvertrag 5
EU-Verfassung 4
Rechtes Spektrum:
Lemma Frequenz
Recht 16
Nazi 13
recht 13
Recht|Rechte 12
rechtsextrem 11
Neonazi 10
Rechtsradikal|Rechtsradikale 8
Republikaner 6
Rechtsextremismen 6
rechtsradikal 5
Rechtsextrem|Rechtsextreme 5
Faschist 5
Extremist 5
verfassungswidrig 4
rechtsextremistisch 4
national 4
Rechtsradikale 4
neurecht 3
faschistisch 3

Werte:
sozial 7
modern 5
Gutmensch 5
gefährlich 5
bürgerlich 5
neu 4
menschenverachtend 4
gut 4
Menschenrecht 4
frei 3
Zivilcourage 3
Radikalenerlaß 3

Migration:
Migrationshintergrund 8
Gastarbeiter 8
Integration 6
ausländerfeindlich 5
Mensch 5
Migranten 4
Rassismus 4
No-Go-Areas 3
Islamkonferenzen 2
Integrationsklasse 2
Integrationsgipfeln 2

Wirtschaft:
Fachkraft 7
Wirtschaftsaufschwung 4
Leuchtturm|Leuchttürmen 4
Asylrechtsparagraph 4
Arbeitsmigration 4
Aufstocker 3
Globalisierung 3
Leuchtturm 3
Rettungspaket 3
Steueroase 2
Offshore-Finanzplätzen 2

Bei der Kommunistischen Plattform in der Partei Die Linke (PDL-KPF) werden ebenfalls seltener Wörter aus aktuellen Politikfeldern explizit markiert.

Geschichtsrevisionismus:
Lemma Frequenz
Zwangsvereinigung 13
Volksaufstand 8
Einheit 8
Benes-Dekrete 8
Solidarpakt 6
Mauer 5
Arbeiteraufstand 5
Unrechtsstaat 4
Treuhand 4
Alliierte 4
Wirtschaftswunder 3
Vereinigung 3
SED-Diktatur 3
Nationalsozialismus 3
Mauerbau 3
Einigungsvertrag 3
Aufarbeitung 3
Wiedervereinigung 2
Widerstand 2
Vertreibung 2

Vokabular des Sozialismus/Kommunismus:
Grundlinie 23
Sozialismus 15
These|Thesis 11
Revolution 9
dogmatisch 7
Stalinismus 6
Theorie 5
Mehrheitsthesen 5
Totalitarismuskonzeption 4
Grundlinien-Papier 4
Trennstrich 3
Traditionalisten 3
Strafaktion 3

Werte:
sozial 8
deutsch 7
national 6
kapitalistisch 6
zivilisiert 3

Politische Freunde:
Antifa 7
antikapitalistisch 5
Antifaschismus 5
Linksextremismen 4
Linksextremen 4
Systemkritisches:
Lemma Frequenz
Mitte 19
Gewaltmonopol 13
Volkspartei 12
Demokratie 11
Recht 8
Nation 8
Kapital 6
Verfassungsschutz 5
Sozialstaat 5
Globalisierung 5
Freiheit 5
Gerechtigkeit 5
Wirtschaft 4
Rechtsstaat 4
Arbeitnehmer 4
Völkergemeinschaft 3
Neoliberalismus 3
Dienstleistungsgesellschaft 3

Abgrenzung zum politischen Establishment:
Reformer 25
Wende 16
Schurkenstaaten 14
Moderne 10
modern 10
Vordenker 9
Sachzwang 9
Linke 8
link 8
Politik 7
Reformlinke 6
Reform 6
Pragmatiker 6
Politikwechsel 5
Realpolitiker 4
Mitte-Links-Option 4
Reformpolitik 3

Politische Gegner:
Rechtsextremismen 7
Nazi 6
Rechtsextrem|Rechtsextreme 4

Aktuelle Politik:
Zuwanderungsgesetz 7
Steuerreform 6
Solidarpakt 6
Terrorist 4
Terror 4
Sparpolitik 4
Aufstocker 4
Sparpaket 3
Sozialpakt 3

Kommunistischer Plattform und NPD ist also gemein, dass sie nicht nur Wörter und Begriffe aus aktuellen Politikfeldern zum Gegenstand sprachlich-semantischer Kritik machen, sondern und vor allem Wörter, die die Grundsätze der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland bezeichnen. Sie zeigen damit eine deutliche Distanz zur herrschenden Semantik der Gesellschaft, zu ihren Werten, ihrer Auffassung der Geschichte und zu ihrem politischen System.